Karl Klostermann (Karl Faustin Klostermann) wurde
im oberösterreichischen Haag am Hausruck geboren. Sein Vater war hier Arzt, die
Mutter stammte aus der Glasmacherfamilie Abele, ursprünglich aus Frankreich.
Karl Klostermann war ein Schriftsteller mit regionaler Ausrichtung hauptsächlich
auf das Gebiet des Böhmerwaldes, Vertreter des Realismus und der sog. ländlichen
Prosa. Er schrieb zuerst in deutscher Sprache, aber der Prager Verleger J. Vlèek
überzeugte ihn, dass er den Böhmerwald auch den tschechischen Lesern zeigen
soll und so begann er auch in tschechischer Sprache zu schreiben. Seine Bücher
wurden unter den einfachen Menschen
sehr populär und im Verlag J. Vilímek in Prag erschienen sie in
hunderttausenden von Auflagen. So reihte sich Karl Klostermann unter die
beliebten und berühmten tschechischen Schriftstellter.
Danach, als Klostermanns Vater in Sušice (Schüttenhofen) den Posten
eines städtischen Arztes bekam, zog die ganze Familie im Jahre 1849 nach Sušice.
In den weiteren Jahren arbeitete der Vater von Klostermann als Arzt beim Fürsten
Gustav Lamberg in Žichovice (1854) (Schichowitz), weiters beim Fürsten
Windisch-Grätz in Štìkeò (1860-1862) und letztlich wurde er städtischer
Arzt in Kašperské Hory (Bergreichenstein).
Karl Klostermann begann die Schule in Nezamyslice (Nezamyslitz) zu
besuchen (1854-1855), weiter fuhr er dann mit dem Schulbesuch in Nalžovské
Hory fort (bis 1857). Er studierte am Gymnasium in Klatovy (Klattau) (1858) und
in Písek, wo er im Jahre seine Matura ablegte. Nach der Matura ging er nach
Wien, um an der medizinischen Fakultät zu studieren. Die finanziellen Verhältnisse
verschlechterten
sich aber insoweit, dass er vor den Abschlussprüfungen die Hochschule
verlasen musste (1870) und das Studium nicht mehr beendete.
Dank der Verwandten, bei denen der junge Klostermann öfters zu Besuch
war, lernte er vertraulich die Umgebung von Srní (Rehberg) kennen, und weil
sein Vater oft seinen Wirkungsort änderte, auch eine Reihe von anderen Orten,
auf welche wir in seinen Prosen treffen : Sušice (Schüttenhofen), Žichovice,
Kašperské Hory (Bergreichenstein)
Štìkeò, aber auch Orte, die mit seinen
gymnasialen Studien
verbunden sind, wie zum Beispiel Klatovy (Klattau) und Písek.
Nach dem Studium wurde er Erzieher in Žamberk (Senftenberg) (1870-1872
und danach arbeitete er kurz als Redakteur der Wiener Zeitschrift „Wanderer“
(1872-1873). Vom Jahre 1878 bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1908 wirkte er
als Professor der französischen und der deutschen Sprache an dem deutschen
Realgymnasium in Plzeò (Pilsen).
Karl Klostermann war zweimal verheiratet. Im Jahre 1875 heiratete er
Marie Carmine (sie starb 1898), sie hatten keine Kinder. Zu seiner zweiten
Gattin wurde Betty Dostálová, die Witwe des Fabrikanten Juránek. Die zweite
Heirat brachte Karl Klostermann eine sehr gute finanzielle Absicherung, wodurch
er sich dem Reisen und der Literatur widmen konnte.
Im Laufe seines Lebens besuchte Karl Klostermann zweimal den Balkan –
Dubrovník – zum ersten Mal im Jahre 1874 und um einige Jahre später war er
hier zu Besuch beim kranken Hanus Juránek. Karl Klostermann
suchte auch Frankreich auf – Paris – wo er zu Besuch bei seinem Bruder
Friedrich war (1889).
Karl Klostermann veranlasste den Bau des Aussichtsturmes auf dem Berg
Javorník („Ahornberg“) im Böhmerwald, seit seiner Rekonstruktion im Jahre
2003 trägt der Turm seinen Namen.
Nach seiner Pensionierung weilte Karl Klostermann oftmals in der südböhmischen
Stadt Štìkeò bei der Familie Velán zur Sommerfrische (1908 – 1921). Später
einigte sich der Schriftsteller mit dem Fürsten Windisch-Grätz über das
Wohnen im Schloss. Der Fürst stellte ihm einen Teil im rechten Flügel des
Schlosses zur Verfügung, wo sich heute das sog. „denkwürdige“ Zimmer des
Karl Klostermann befindet. Nach der Parzellierung des Herrschersitzes übernahm
das Schloss der Orden der englischen Jungfrauen IBMV (Institut Beate Maria
Virginis). Die Schwestern dieses Ordens gestalteten durch ihre Liebenswürdigkeit
den letzten Lebensabschnitt Klostermanns angenehm.
Karl Klostermann litt an einem schweren Lungenemphysem und am 16. Juli
1923 unterlag er dieser Krankheit auf dem Schloss in Štìkeò. Sein Begräbniszug
aus Štìkeò zum Zugsbahnhof nach Èejetice wurde von Hunderten Menschen
begleitet. Der Zug, welcher am Tag
des Klostermann Begräbnisses nach Pilsen ausgestattet war, machte auch
Halt in der südböhmischen Stadt Strakonice,
wo die dortigen Bürger und die Schuljugend den sterblichen Überresten
KK ihre Ehre erwiesen. Auch der Trauerzug in Pilsen wurde von vielen Menschen
begleitet, die gekommen waren, um vom berühmten Schriftsteller und Professor
des Realgymnasium in Pilsen Abschied zu nehmen. Karl Klostermann wurde am 20.
Juli 1923 auf dem Hauptfriedhof in Pilsen bestattet.
Das Grab des Karl Klostermann im Stil der Böhmerwäldler Natur –
einfach, unbearbeiteter Stein, Fichten – liegt gegenüber des Grabes des aus
Strakonice gebürtigen Josef Skupa – eines berühmten Puppenspielers – des
Autors der Puppenspielfiguren Spejbl und Hurvínek.
In die Literatur trat Karl Klostermann zu Ende der 80. Jahre des 19.
Jahrhunderts ein mit Skizzen und Feuilletons. Zuerst waren diese in Deutsch
geschrieben. Erst später arbeitete sich Klostermann zu einem ausgezeichneten
tschechischen Schriftsteller aus. In seinen Romanen und Geschichtenbüchern fing
er die rauhe Schönheit seines geliebten Böhmerwaldes ein, die dortigen
Traditionen, das schwere Leben und auch die eigenartigen Typen der Bewohner
(u.a. Holzfäller, Flößer und Wilderer). Mit psychologischer
Durchdringlichkeit stellte er den zerstörerischen Einfluss eines raschen
Reichwerdens dar, den Zerfall der Bauerngeschlechter und die Entfremdung,
verursacht durch das Verlassen der Heimat. Material für sein Schaffen hatte
Klostermann ausreichend, denn er hörte gern dem Erzählen seiner Verwandten und
weiterer Bewohner des Böhmerwaldes zu über das oftmals schwere Leben inmitten
der Berge. Für die Stilisierung der Gestalten und der Inhalte dienten ihm reale
Menschen und ihre Geschichten, und vielleicht gerade deshalb waren und sind ständig
noch seine Arbeiten für den Leser so anziehungsvoll.
Karl
Klostermann verfasste an die 150 Romane und Geschichten.
In die Literatur trat Karl Klostermann zu Ende der 80. Jahre des 19.
Jahrhunderts ein mit Skizzen und Feuilletons. Zuerst waren diese in Deutsch
geschrieben. Erst später arbeitete sich Klostermann zu einem ausgezeichneten
tschechischen Schriftsteller aus. In seinen Romanen und Geschichtenbüchern fing
er die rauhe Schönheit seines geliebten Böhmerwaldes ein, die dortigen
Traditionen, das schwere Leben und auch die eigenartigen Typen der Bewohner
(u.a. Holzfäller, Flößer und Wilderer). Mit psychologischer
Durchdringlichkeit stellte er den zerstörerischen Einfluss eines raschen
Reichwerdens dar, den Zerfall der Bauerngeschlechter und die Entfremdung,
verursacht durch das Verlassen der Heimat. Material für sein Schaffen hatte
Klostermann ausreichend, denn er hörte gern dem Erzählen seiner Verwandten und
weiterer Bewohner des Böhmerwaldes zu über das oftmals schwere Leben inmitten
der Berge. Für die Stilisierung der Gestalten und der Inhalte dienten ihm reale
Menschen und ihre Geschichten, und vielleicht gerade deshalb waren und sind ständig
noch seine Arbeiten für den Leser so anziehungsvoll.
Armen
und Unterjochten, deren schwielige, durch schwere Arbeit gekennzeichnete Hände
ich gedrückt habe; ich widme sie auch dem Publikum mit Vertrauen, und wenn es
mir gelingt meinen Bergen und dem Volk,
welchem ich entsprungen bin, nur einige edle Herzen zu gewinnen, ist
meine Aufgabe gelöst…….“
Die
Hochzeit der Eltern – Dr. Josef
Klostermann und Charlotte geb. Hauer – fand in der Kirche in Friedberg
(Frimburk) im Jahre 1844 statt.
Dr.
Josef Klostermann war städtischer Arzt in Haag und seine Gattin Charlotte
stammte aus dem Geschlecht der Glasmacher Abele aus dem unweiten Schneegartern.
Karl
Faustin Klostermann wurde am 13.2.1848 in Haag am Hausruck im Haus Nr. 14
geboren.
Sušice
(Schütttenhofen) – hier war Dr. J. Klostermann städtischer Arzt bis zum
Jahre 1854. Dann war er in Žichovice Artz des Fürsten Gustav Lamberg. Die
Schule besuchte Karl Klostermann in Nezamyslice (1854 -1855) und in Nalžovské
Hory – Silberberg (bis zum Jahr 1857).
Dem
Gymnasium in Klatovy (Klattau) trat er im Jahre 1858 bei.
Štìkeò
– Hier war der Vater Klostermanns, Dr. Josef Klostermann, herrschaftlicher
Arzt des Fürsten Windisch-Grätz in den Jahren 1860
-1862. Von hier aus zogen die Klostermanns nach Kašperské Hory (Bergreichenstein)
um.
In
Písek legte Klostermann die Matura am 30.7.1865 ab. Das Gymnasium befand sich
in einem provisorischen Gebäude Nr. 1 auf dem Großen Platz in Písek.
Grafenau,
Sankt Oswald – „Karl Klostermann – der Versöhnungsapostel zwischen den
Tschechen und den Deutschen.“ Diese Worte des Dichters aus Písek Adolf Heyduk
sind eingemeißelt in ein Denkmal im bayrischen St. Oswald. Ein Denkmal mit
demselben, zweisprachigen Text wurde im Jahre 2002 auf dem ehemaligen Friedhof
in Srní (Rehberg) platziert, wo Klostermanns Verwandte und viele Helden seiner
Romane bestattet sind.
St.
Oswald liegt am ursprünglichen „Goldenen Steig“, über welchen auch unter
anderem der junge Klostermann aus Kašperské Hory (Bergreichenstein) (im Jahre
1867) zum Zug nach Passau
schritt, von wo er sich
zum Studium nach Wien begab. Die Tatsache, dass zwei völlig gleiche Denkmäler
an zwei Stellen stehen, bedeutet nicht nur die Mappierung des Lebens von
Klostermann, sondern auch das Symbol der sich erneuernden gegenseitigen
Zusammenarbeit und des Zusammenlebens
der Tschechen und der Deutschen.
Srní
(Rehberg) – Ein Denkmal mit demselben zweisprachigen Text wurde im Jahre 2004
im Bayrischen St. Oswald aufgestellt.
Šumava
(der Böhmerwald) – die Berge Bøezník (Pürstling) und Luzný – Schauplatz
des Romanes „Aus der Welt der Waldeinöden“
Žamberk
(Senftenberg) – hier wirkte Karl Klostermann als
Erzieher (1870-1872).
Plzeò
(Pilsen) – Professor am deutschen Realgymnasium (1873-1908), er unterrichtete
französisch und deutsch. Aus diesem Milieu entsprang der Roman „Der
Supplent“.
Nach
der Heirat mit Barbara Juránková (19898) wohnten sie in Plzeò (Pilsen) in der
Strasse Fügnerova ulice Nr. 6.(bis zum Jahre 1922). Das Grab des Karl
Klostermann befindet sich in Pilsen auf dem St. Wenzels - Friedhof.
Zliv
– diesem Milieu entsprang der Roman „Die Nebel auf den Sümpfen“.
Štìkeò
– hier starb Karl Klostermann am 16.7.1923.
Wien
– medizinische Fakultät (1865-1870) – unbeendetes Studium
Aus
diesem Umfeld stammen die Geschichten „ Dem Glück nach“ und „Auf der
Flucht“.
Malý
žitný ostrov – Die kleine Korninsel – Ferien 1877, Geschichte über die
hiesigen Menschen.
Paris
– Besuch des Bruders Friedrich im Jahre 1889. Das Leben hier beschrieb er im
Roman „In den Lichtern und Schatten Babels“.
Dubrovník
– hier war er im Jahre 1874 und später zu Besuch beim kranken Hanus Juránek.