Karl Faustin Klostermann   13.2.1848 - 16.7.1923
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   Karl Klostermann (Karl Faustin Klostermann) wurde im oberösterreichischen Haag am Hausruck geboren. Sein Vater war hier Arzt, die Mutter stammte aus der Glasmacherfamilie Abele, ursprünglich aus Frankreich. Karl Klostermann war ein Schriftsteller mit regionaler Ausrichtung hauptsächlich auf das Gebiet des Böhmerwaldes, Vertreter des Realismus und der sog. ländlichen Prosa. Er schrieb zuerst in deutscher Sprache, aber der Prager Verleger J. Vlèek überzeugte ihn, dass er den Böhmerwald auch den tschechischen Lesern zeigen soll und so begann er auch in tschechischer Sprache zu schreiben. Seine Bücher wurden unter den einfachen Menschen  sehr populär und im Verlag J. Vilímek in Prag erschienen sie in hunderttausenden von Auflagen. So reihte sich Karl Klostermann unter die beliebten und berühmten tschechischen Schriftstellter.

   Danach, als Klostermanns Vater in Sušice (Schüttenhofen) den Posten eines städtischen Arztes bekam, zog die ganze Familie im Jahre 1849 nach Sušice. In den weiteren Jahren arbeitete der Vater von Klostermann als Arzt beim Fürsten Gustav Lamberg in Žichovice (1854) (Schichowitz), weiters beim Fürsten Windisch-Grätz in Štìkeò (1860-1862) und letztlich wurde er städtischer Arzt in Kašperské Hory (Bergreichenstein).

   Karl Klostermann begann die Schule in Nezamyslice (Nezamyslitz) zu besuchen (1854-1855), weiter fuhr er dann mit dem Schulbesuch in Nalžovské Hory fort (bis 1857). Er studierte am Gymnasium in Klatovy (Klattau) (1858) und in Písek, wo er im Jahre seine Matura ablegte. Nach der Matura ging er nach Wien, um an der medizinischen Fakultät zu studieren. Die finanziellen Verhältnisse verschlechterten  sich aber insoweit, dass er vor den Abschlussprüfungen die Hochschule verlasen musste (1870) und das Studium nicht mehr beendete.

   Dank der Verwandten, bei denen der junge Klostermann öfters zu Besuch war, lernte er vertraulich die Umgebung von Srní (Rehberg) kennen, und weil sein Vater oft seinen Wirkungsort änderte, auch eine Reihe von anderen Orten, auf welche wir in seinen Prosen treffen : Sušice (Schüttenhofen), Žichovice, Kašperské Hory (Bergreichenstein)
Štìkeò, aber auch Orte, die mit seinen  gymnasialen Studien  verbunden sind, wie zum Beispiel Klatovy (Klattau) und Písek.

   Nach dem Studium wurde er Erzieher in Žamberk (Senftenberg) (1870-1872 und danach arbeitete er kurz als Redakteur der Wiener Zeitschrift „Wanderer“ (1872-1873). Vom Jahre 1878 bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1908 wirkte er als Professor der französischen und der deutschen Sprache an dem deutschen  Realgymnasium in Plzeò (Pilsen).

   Karl Klostermann war zweimal verheiratet. Im Jahre 1875 heiratete er Marie Carmine (sie starb 1898), sie hatten keine Kinder. Zu seiner zweiten Gattin wurde Betty Dostálová, die Witwe des Fabrikanten Juránek. Die zweite Heirat brachte Karl Klostermann eine sehr gute finanzielle Absicherung, wodurch er sich dem Reisen und der Literatur widmen konnte.

   Im Laufe seines Lebens besuchte Karl Klostermann zweimal den Balkan – Dubrovník – zum ersten Mal im Jahre 1874 und um einige Jahre später war er hier zu Besuch beim kranken Hanus Juránek. Karl Klostermann suchte auch Frankreich auf – Paris – wo er zu Besuch bei seinem Bruder Friedrich war (1889).

   Karl Klostermann veranlasste den Bau des Aussichtsturmes auf dem Berg Javorník („Ahornberg“) im Böhmerwald, seit seiner Rekonstruktion im Jahre 2003 trägt der Turm seinen Namen.

   Nach seiner Pensionierung weilte Karl Klostermann oftmals in der südböhmischen Stadt Štìkeò bei der Familie Velán zur Sommerfrische (1908 – 1921). Später einigte sich der Schriftsteller mit dem Fürsten Windisch-Grätz über das Wohnen im Schloss. Der Fürst stellte ihm einen Teil im rechten Flügel des Schlosses zur Verfügung, wo sich heute das sog. „denkwürdige“ Zimmer des Karl Klostermann befindet. Nach der Parzellierung des Herrschersitzes übernahm das Schloss der Orden der englischen Jungfrauen IBMV (Institut Beate Maria Virginis). Die Schwestern dieses Ordens gestalteten durch ihre Liebenswürdigkeit den letzten Lebensabschnitt Klostermanns angenehm.

   Karl Klostermann litt an einem schweren Lungenemphysem und am 16. Juli 1923 unterlag er dieser Krankheit auf dem Schloss in Štìkeò. Sein Begräbniszug aus Štìkeò zum Zugsbahnhof nach Èejetice wurde von Hunderten Menschen begleitet. Der Zug, welcher am Tag  des Klostermann Begräbnisses nach Pilsen ausgestattet war, machte auch Halt in der südböhmischen Stadt Strakonice,  wo die dortigen Bürger und die Schuljugend den sterblichen Überresten KK ihre Ehre erwiesen. Auch der Trauerzug in Pilsen wurde von vielen Menschen begleitet, die gekommen waren, um vom berühmten Schriftsteller und Professor des Realgymnasium in Pilsen Abschied zu nehmen. Karl Klostermann wurde am 20. Juli 1923 auf dem Hauptfriedhof in Pilsen bestattet.

   Das Grab des Karl Klostermann im Stil der Böhmerwäldler Natur – einfach, unbearbeiteter Stein, Fichten – liegt gegenüber des Grabes des aus Strakonice gebürtigen Josef Skupa – eines berühmten Puppenspielers – des Autors der Puppenspielfiguren Spejbl und Hurvínek.

Das Werk des Karl Klostermann

   In die Literatur trat Karl Klostermann zu Ende der 80. Jahre des 19. Jahrhunderts ein mit Skizzen und Feuilletons. Zuerst waren diese in Deutsch geschrieben. Erst später arbeitete sich Klostermann zu einem ausgezeichneten tschechischen Schriftsteller aus. In seinen Romanen und Geschichtenbüchern fing er die rauhe Schönheit seines geliebten Böhmerwaldes ein, die dortigen Traditionen, das schwere Leben und auch die eigenartigen Typen der Bewohner (u.a. Holzfäller, Flößer und Wilderer). Mit psychologischer Durchdringlichkeit stellte er den zerstörerischen Einfluss eines raschen Reichwerdens dar, den Zerfall der Bauerngeschlechter und die Entfremdung, verursacht durch das Verlassen der Heimat. Material für sein Schaffen hatte Klostermann ausreichend, denn er hörte gern dem Erzählen seiner Verwandten und weiterer Bewohner des Böhmerwaldes zu über das oftmals schwere Leben inmitten der Berge. Für die Stilisierung der Gestalten und der Inhalte dienten ihm reale Menschen und ihre Geschichten, und vielleicht gerade deshalb waren und sind ständig noch seine Arbeiten für den Leser so anziehungsvoll.

Karl Klostermann verfasste an die 150 Romane und Geschichten.  

   In die Literatur trat Karl Klostermann zu Ende der 80. Jahre des 19. Jahrhunderts ein mit Skizzen und Feuilletons. Zuerst waren diese in Deutsch geschrieben. Erst später arbeitete sich Klostermann zu einem ausgezeichneten tschechischen Schriftsteller aus. In seinen Romanen und Geschichtenbüchern fing er die rauhe Schönheit seines geliebten Böhmerwaldes ein, die dortigen Traditionen, das schwere Leben und auch die eigenartigen Typen der Bewohner (u.a. Holzfäller, Flößer und Wilderer). Mit psychologischer Durchdringlichkeit stellte er den zerstörerischen Einfluss eines raschen Reichwerdens dar, den Zerfall der Bauerngeschlechter und die Entfremdung, verursacht durch das Verlassen der Heimat. Material für sein Schaffen hatte Klostermann ausreichend, denn er hörte gern dem Erzählen seiner Verwandten und weiterer Bewohner des Böhmerwaldes zu über das oftmals schwere Leben inmitten der Berge. Für die Stilisierung der Gestalten und der Inhalte dienten ihm reale Menschen und ihre Geschichten, und vielleicht gerade deshalb waren und sind ständig noch seine Arbeiten für den Leser so anziehungsvoll.

    „ Ich widme meine Bücher allen Bewohnern des Böhmerwaldes, mit welchen ich fühle, deren Freuden und Leiden auch die meinen Freuden und Leiden sind. Ich widme sie den

Armen und Unterjochten, deren schwielige, durch schwere Arbeit gekennzeichnete Hände ich gedrückt habe; ich widme sie auch dem Publikum mit Vertrauen, und wenn es mir gelingt meinen Bergen und dem Volk,  welchem ich entsprungen bin, nur einige edle Herzen zu gewinnen, ist meine Aufgabe gelöst…….“

   Karl Klostermann beginnt sich gegenwärtig von neuem durchzusetzen mit seiner Auffassung  des Schreibens, der Philosophie, des Blicks auf die Natur und den Glauben und der perfekten Beschreibung der Landschaft in seinen Werken. Hinter der Bezeichnung „Schriftsteller“ sollte noch die Bezeichnung Philosoph und „Begleiter von Touristen“ stehen.

 Mappieren des „Fußstapfen“ des Schriftstellers im Dreieck der Länder – Oberösterreich: Haag am Hausruck – Böhmen: Srní (Rehberg), Kašperské Hory (Bergreichenstein), Sušice (Schüttenhofen), Plzeò (Pilsen) , Štìkeò – Bayern : Grafenau / Sankt Oswald ……

 Oberösterreich

Die Hochzeit der Eltern – Dr. Josef  Klostermann und Charlotte geb. Hauer – fand in der Kirche in Friedberg (Frimburk) im Jahre 1844 statt.

Dr. Josef Klostermann war städtischer Arzt in Haag und seine Gattin Charlotte stammte aus dem Geschlecht der Glasmacher Abele aus dem unweiten Schneegartern. 

Karl Faustin Klostermann wurde am 13.2.1848 in Haag am Hausruck im Haus Nr. 14 geboren.

 Böhmen

Sušice (Schütttenhofen) – hier war Dr. J. Klostermann städtischer Arzt bis zum Jahre 1854. Dann war er in Žichovice Artz des Fürsten Gustav Lamberg. Die Schule besuchte Karl Klostermann in Nezamyslice (1854 -1855) und in Nalžovské Hory – Silberberg (bis zum Jahr 1857).

Dem Gymnasium in Klatovy (Klattau) trat er im Jahre 1858 bei.

Štìkeò – Hier war der Vater Klostermanns, Dr. Josef Klostermann, herrschaftlicher Arzt des Fürsten Windisch-Grätz in den Jahren 1860  -1862. Von hier aus zogen die Klostermanns nach Kašperské Hory (Bergreichenstein) um.

In Písek legte Klostermann die Matura am 30.7.1865 ab. Das Gymnasium befand sich in einem provisorischen Gebäude Nr. 1 auf dem Großen Platz in Písek.

 Bayern

Grafenau, Sankt Oswald – „Karl Klostermann – der Versöhnungsapostel zwischen den Tschechen und den Deutschen.“ Diese Worte des Dichters aus Písek Adolf Heyduk sind eingemeißelt in ein Denkmal im bayrischen St. Oswald. Ein Denkmal mit demselben, zweisprachigen Text wurde im Jahre 2002 auf dem ehemaligen Friedhof in Srní (Rehberg) platziert, wo Klostermanns Verwandte und viele Helden seiner Romane bestattet sind.

St. Oswald liegt am ursprünglichen „Goldenen Steig“, über welchen auch unter anderem der junge Klostermann aus Kašperské Hory (Bergreichenstein) (im Jahre 1867)  zum Zug nach Passau schritt,  von wo er sich zum Studium nach Wien begab. Die Tatsache, dass zwei völlig gleiche Denkmäler an zwei Stellen stehen, bedeutet nicht nur die Mappierung des Lebens von Klostermann, sondern auch das Symbol der sich erneuernden gegenseitigen Zusammenarbeit und des Zusammenlebens  der Tschechen und der Deutschen.

 Böhmen

Srní (Rehberg) – Ein Denkmal mit demselben zweisprachigen Text wurde im Jahre 2004 im Bayrischen St. Oswald aufgestellt.

Šumava (der Böhmerwald) – die Berge Bøezník (Pürstling) und Luzný – Schauplatz des Romanes „Aus der Welt der Waldeinöden“

Žamberk (Senftenberg) – hier wirkte Karl Klostermann als  Erzieher (1870-1872).

Plzeò (Pilsen) – Professor am deutschen Realgymnasium (1873-1908), er unterrichtete  französisch und deutsch. Aus diesem Milieu entsprang der Roman „Der Supplent“.

Nach der Heirat mit Barbara Juránková (19898) wohnten sie in Plzeò (Pilsen) in der Strasse Fügnerova ulice Nr. 6.(bis zum Jahre 1922). Das Grab des Karl Klostermann befindet sich in Pilsen auf dem St. Wenzels - Friedhof.

Zliv – diesem Milieu entsprang der Roman „Die Nebel auf den Sümpfen“.

Štìkeò – hier starb Karl Klostermann am 16.7.1923.

 Österreich, Slovakien, Frankreich, Balkan

Wien – medizinische Fakultät (1865-1870) – unbeendetes Studium

Aus diesem Umfeld stammen die Geschichten „ Dem Glück nach“ und „Auf der Flucht“.

Malý žitný ostrov – Die kleine Korninsel – Ferien 1877, Geschichte über die hiesigen Menschen.

Paris – Besuch des Bruders Friedrich im Jahre 1889. Das Leben hier beschrieb er im Roman „In den Lichtern und Schatten Babels“.

Dubrovník – hier war er im Jahre 1874 und später zu Besuch beim kranken Hanus Juránek.